Smoken leicht gemacht

Hallo Ihr Lieben,

im letzten Sommer durfte ich für Eva Marie von Romy Nähwerk das Maxikleid Ivy probenähen. Dafür musste ich mich zum ersten Mal mit dem Thema smoken auseinander setzen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu smoken- beispielsweise in dem man elastischen Unterfaden nutzt. Da nicht alle Nähmaschinen mit dieser Methode zurechtkommen (die Greiferjustierung kann unter dem elastischen Gummo leiden), habe ich eine andere Variante genutzt, die im Ebook von Ivy von Eva Marie kurz beschrieben wird. Dazu habe ich im letzten Jahr ein ausführliches Tutorial gemacht.

Ich möchte Euch hier nun das Tutorial dalassen, vielleicht ist es für den ein oder anderen ja eine Alternative.

Keine Angst, smoken ist wirklich nicht schwer und mir macht es sogar richtig Spaß. Echt jetzt 🙂

1. Benötigte Materialien

  • 2x Stoff, der gesmoked werden soll
  • Gummilitze (5-10 mm breit, wie ihr die benötigte Länge ermittelt erkläre ich weiter unten), dieses bekommt ihr beispielsweise bei Schnittverhext in den Farben schwarz und weiß – schaut einfach mal hier)

Außerdem:

2. Vorbereitungen

Als erstes müsst Ihr errechnen, wie lang die Gummis sein sollen. Dafür müsst Ihr wissen, wie lang die zu smokenden Strecke ist. Diese Länge multipliziert Ihr dann mit dem Faktor 0,7. Also: Länge des zu smokenden Teils x 0,7

Ich erkläre Euch das einmal anhand meines Projektes- dem Kleid Ivy. Hierbei sollten die Vorder- und die Rückseite des Oberteils gesmoked werden. Dafür wird der Brustumfang benötigt. Dieser wird zunächst durch 2 geteilt (da man Vorder- und Rückseite getrennt voneinander smokt) und dann mit 0,7 multipliziert. In meinem Fall: 90cm/2 x 0,7=35 cm

Zu diesen 35 cm habe ich 2 cm „Nahtzugabe“ hinzugerechnet- also 37 cm.

Als nächstes überlegt Ihr Euch, wie viele Gummis Ihr benötigt. Hierfür müsst Ihr festlegen, wie hoch der gesmokte Teil sein soll.

In meinem Fall waren das 22 cm. Ein Tunnel ist bei mir 1,5 cm hoch- viel schmaler würde ich ihn nicht nähen, da das Fädeln der Gummis sonst sehr mühselig ist- und breiter als 2 cm würde ich ebenfalls nicht empfehlen, da es optisch dann einfach nicht so filigran und ordentlich aussieht. Also: Höhe des zu smokenden Teils/Tunnelhöhe

In meinem Fall: 22 cm/ 1,5 cm= 14,7 also aufgerundet 15.

Ihr näht also 15 Tunnel ab und benötigt demnach 15 Gummis á 37 cm (wenn Ihr wie ich Vorder- und Rückseite smoken wollt, dementsprechend doppelt so viele, also 30 Stück).

Ich habe mir bei den Gummis an jeder Seite eine Markierung nach 1 cm gesetzt.

3. Let’s smoke

3.1. Tunnel abnähen

Zum Tunnel abnähen müsst Ihr zunächst Eure beiden Stoffstücke rechts auf rechts aufeinander legen und an der  Seite zusammennähen, die später eure obere Kante sein soll. Schneidet die Nahtzugabe ordentlich zurück und falls nötig versäubert den Stoff. Dann legt Ihr die beiden Stoffseiten links auf links und bügelt die soeben genähte Kante sorgsam um.

Nun näht Ihr Eure Tunnel ab. Ihr beginnt 1,5 cm von der oberen Kante und näht die gesamte Seite entlang. Bei Webware könnt Ihr einen einfachen Geradstich verwenden, bei dehnbaren Stoffen nehmt Ihr am besten einen Dreifachgeradstich. Verriegelt den Anfang und das Ende der Naht gut.

Euer erster Tunnel ist fertig abgenäht.

Weiter geht’s- die restlichen Tunnel warten auf Euch. Dafür näht Ihr immer im Abstand von genau 1,5 cm zur vorherigen Naht. Ich habe hierfür bei meiner Nähmaschine die Nadelposition nach ganz links verstellt, so kam ich genau auf 1,5 cm. Ihr könnt euch die Nähte aber auch mit Schneiderkreide vorher anzeichnen. Wichtig ist, dass Ihr gerade und ordentliche Nähte näht, da diese hinterher sichtbar sind.

Das Ganze habe ich bei der Rückseite noch einmal wiederholt- also Stoffe zusammennähen, wenden und von rechts Tunnel abnähen.

Fertig!

3.2. Gummis durchfädeln

Weiter geht’s. Als nächstes nehmt Ihr euch die vorbereiteten Gummis. Befestigt an beiden Enden des ersten Gummis eine Sicherheitsnadel

Dann fädelt Ihr die Nadel durch den ersten Tunnel, bis Ihr auf der anderen Seite wieder herauskommt. Passt auf, dass das Gummi nicht ganz im Tunnel verschwindet, sondern an jedem Ende die Nadel noch herausschaut. Dafür müsst Ihr beim Fädeln den Stoff zusammenschieben.

Anschließend nehmt Ihr Euch das nächste Gummi zur Hand, befestigt wieder zwei Sicherheitsnadeln und fädelt es durch. Dann nehmt Ihr zwei größere Sicherheitsnadeln und steckt an jeder Seite die Enden der ersten beiden Gummis fest.

Schließt die Nadeln und fädelt das nächste Gummi durch. Die Enden steckt Ihr immer durch die großen Nadeln am Ende der Tunnel. Ich habe pro 5 Tunnel immer eine Nadel verwendet.

Das Durchfädeln könnt Ihr super „so nebenbei“ machen. Beim Fernsehen gucken, beim Bahn fahren, im Wartezimmer… So läuft das wirklich ganz von selbst.

3.3. Gummis festnähen

Jetzt müsst Ihr die gerade durchgefädelten Gummis gut festnähen. Am Besten nehmt Ihr hierfür den Dreifachgeradstich. Das Festnähen ist etwas frimelig. Ihr zieht die Gummis mit Hilfe der großen Sicherheitsnadel so weit heraus, bis Ihr an Eurer 1cm Markierung angekommen seid,d.h. rechts vom Tunnel schaut 1 cm Gummi heraus. Dann näht Ihr langsam los, über jedes Gummi drüber.

Wichtig:

  • Beachtet, dass Ihr innerhalb der Nahtzugabe des zu smokenden Stückes bleibt.
  • Schaut, dass Ihr nicht über eine Stofffalte näht, sondern den Stoff nach links hin glatt zieht.
  • Passt auf, dass Ihr nicht über die Sicherheitsnadeln näht. Ihr könnt die Gummis langsam, Stück für Stück von der Nadel nehmen- passt dabei aber gut auf, dass es schon festgenäht ist oder Ihr es gut mit dem Finger festhaltet. Es ist sehr ärgerlich, wenn ein Gummi wegrutscht und im Stoff verschwindet… Das kostet eine Menge Zeit (und Geduld…..)

Ich habe zur Sicherheit diesen Vernähschritt wiederholt, damit die Nähte über den Gummis auch bei starker Dehnung nicht reißen.

Das Ganze macht ihr an beiden Seiten. Wenn ihr fertig mit dem Festnähen seid, dehnt ihr das Stoffstück einmal so hin und her, dass sich die Raffungen gleichmäßig verteilen.

Anschließend schneidet Ihr die überstehenden Enden der Gummis vorsichtig zurück. Dabei bitte nicht den Stoff mit abschneiden.

Ihr seid fertig mit dem Smoken! Glückwunsch, super gemacht! Nun könnt Ihr weiternähen und Euer gerade gesmoktes Teil als Highlight weiter verarbeiten.

Das ist bei mir drauß geworden: Ein buntes Hippiekleid <3

Diese Variante ist mit Sicherheit ein wenig zeitaufwändiger, aber mir gefällt sie auch optisch immer noch am Besten. Und sie ist in keinem Fall schädlich für meine Nähmaschine, da bin ich ja schon sehr pingelig mit.

Mit der gleichen Variante habe ich auch den hinteren Teil meiner Puhmphose gesmoked (die Bilder findet ihr hier).

Ich hoffe, Euch gefällt das kleine Tutorial.

Schaut doch gerne auch mal bei Facebook oder in meinem daWandaShop bei mir vorbei.

Das Ganze schicke ich jetzt zum Creadienstag

Alles Liebe

 

Schnitt: Ivy von Romy Nähwerk

Benötigtes Zubehör: Gummilitze

Sicherheitsnadel

Verlinkt mit:
LYS
Seasonal Sewing

4 comments

  1. Katrin says:

    Super, danke für das Tutorial! Ich hab mich auch immer mit der Unterfadenvariante abgemüht und meine Bernina mag das auch überhaupt nicht.

    LG Katrin

  2. Anita says:

    Vielen Dank für das Tutorial! Ich würd am liebsten sofort anfangen! Leider erwähnst du nirgends, wie breit der Stoff sein sollte. Oder hab ich das überlesen?

    Ganz liebe Grüße
    Anita

    • Nana says:

      Hallo, sehr gerne!
      Die Länge des zu smokenden Teils sollte im Schnittmuster stehen. Das ist auch Geschmackssache wie stark man die Raffung haben mag.
      Liebe Grüße
      Nana

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